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Die ICB Version 3.0 definiert eine Projektphase folgendermaßen:

"Eine Projektphase ist ein ganz bestimmter Teil des Projektverlaufs, der sich von anderen Projektzeiträumen klar abgrenzen lässt. Eine Projektphase beinhaltet sowohl wichtige Teile des Leistungsumfangs und der Lieferobjekte als auch Entscheidungen, die als Grundlage für die nächste Projektphase dienen. Phasen haben klar definierte Zielsetzungen und können auch zeitlich begrenzt sein. Bei verschiedenen Arten von Projekten können unterschiedliche Phasenmodelle zur Anwendung kommen. Dies erhöht die Komplexität ihrer Koordinierung. Meilensteine können dazu benutzt werden, auf bestimmte Ziele, Phasengrenzen oder Intervalle hinzuarbeiten. In der Praxis kann es zu Überlappungen zwischen verschiedenen Projektphasen kommen, (z.B. bei gleichzeitig ablaufenden Projektabschnitten. Fast-Tracking)."

Bei der Einteilung der Phasen lehnen wir uns an das generische Phasenmodell DIN 69901-2 an, das im Januar 2009 erschienen ist. Folgende Phasen werden hier benannt:

Initialisierung

Die Phase der Projektinitialisierung beschreibt den Weg von der Projektidee zum konkreten Projektauftrag. In dieser Phase des Projekts existiert nur eine erste Idee bzw. eine Kundenanfrage, die in den nächsten Schritten bearbeitet bzw. weiter ausgearbeitet werden muss. Ziel dieser Phase ist deshalb die Klärung, wer die Verantwortung für die ersten Schritte im Projekt trägt und wie das Projekt organisiert wird.

Dazu gehören u.a. die

  • Festlegung eines Verantwortlichen für die Bearbeitung der nächsten Schritte im Projekt, evtl. der spätere Projektleiter
  • Auswahl der Prozesse. Je nach Komplexität des Projektes kann man sich für ein Minimalkonzept oder für ein umfangreicheres Prozessmodell entscheiden.
  • Skizzierung der Ziele, die mit dem Projekt verfolgt werden müssen und welche Voraussetzungen bzw. Randbedingungen gelten
  • Aufbereitung aller Unterlagen, die für die Freigabe des Projekts nötig sind
  • Aufnahme des Projektes in eine offizielle Projektliste

Definition

Diese Phase konkretisiert den Projektauftrag durch die Festlegung der formalen und inhaltlichen Rahmenbedingungen. Inhaltlich wird der Projektumfang durch eine detailliertere Zieldefinition, die Definition der Erfolgskriterien, die Beschreibung der Grobstruktur und die Abgrenzung von Projektinhalten festgelegt.

Zu den formalen Projektfestlegungen gehören die:

  • Informations- und Kommunikationsstruktur
  • Bildung des Kernteams
  • grobe Abschätzung der Aufwände
  • Definition des Umgangs mit Risiken im Projekt
  • Festlegung der Rahmenbedingungen für Verträge

Planung

Die Vorgaben der Projektdefinition werden in konkrete Pläne umgesetzt. Kernstück ist der Projektstrukturplan mit der Festlegung der Arbeitspakete. Aus dem Projektstrukturplan werden Aufwandspläne, Kosten- und Finanzmittelpläne, Ablaufpläne und Terminpläne entwickelt. Qualitätspläne, Kommunikationspläne, Risikoplanung, Planung der Projektorganisation legen das Projektumfeld fest. Gegebenenfalls werden mit Lieferanten Verträge abgeschlossen.

Steuerung

Projektsteuerung heißt, das Projekt entlang den erstellten Plänen zu managen. Über das Berichtswesen wird die geplante der tatsächliche Projektleistung gegenübergestellt und bei Abweichungen geeignete Maßnahmen ergriffen. Vereinbarte Liefer- und Leistungsumfänge werden abgenommen. Mögliche Nachforderungen gegenüber Kunden und Lieferanten müssen geltend gemacht werden. Auf eine Teamentwicklung bezüglich Produktivität und Wissenserweiterung ist zu achten. Die Kommunikation mit den Stakeholdern des Projektes wird gemäß Kommunikationsplanung durchgeführt.

Abschluss

Die Projektabschlussphase dient der kontrollierten Beendigung des Projektes. Es ist zu prüfen, ob alle vertraglichen Leistungen erfüllt und abgenommen sind. Das Projekt wird systematisch ausgewertet, um für nachfolgende Projekte die Kalkulationsbasis zu verbessern. Das erworbenen Wissen muss in geeigneter Form archiviert und weiteren Projekten zur Verfügung gestellt werden. Die Mitarbeiter sind rechtzeitig auf die Projektbeendigung vorzubereiten.

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